Auslauf und Aufzucht auf dem Brunnenhof

Eigener Aufzuchtsring und Auslauf auf Streuobstwiesen

Mehr als die EG-Bio verlangt

Für unsere Tiere ist, nach EG-Bio-Verordnung und Demeter-Richtlinien, eine Auslauffläche von 10 m² pro Tier vorgeschrieben. Wir haben uns entschlossen, unsere Stallungen so auf unseren Streuobstwiesen zu platzieren, dass mehr als diese geforderten 10 m² pro Tier zur Verfügung stehen, um eventuellen Auslaufhygiene-Problemen vorzubeugen.

Hitzewelle 2003

Der trockene Sommer 2003 machte uns jedoch echtes Kopfzerbrechen: Wie stark wird die Grasnarbe durch die Puten geschädigt, was wächst nächstes Jahr noch nach, und so weiter. Durch das großzügige Platzangebot wurde die Weide aber nicht mehr als in den Vorjahren von den Puten geschädigt und bot noch ausreichend Grünfutter. Von Maßnahmen wie Kalken mit Branntkalk oder Pflügen der Weideflächen sind wir bis jetzt verschont geblieben.

Aufzucht in eigener Hand

Seit 2001 gibt es die ersten Hohenloher Demeter-Puten vom Brunnenhof-Mäusdorf. Für Familie Noz war es von Anfang an selbstverständlich, alles daran zu setzen, die Tiere selbst aufziehen zu können. Relativ schnell wurde ein Konzept zur Aufzucht von Landgockelküken erstellt. Nach den ersten Erfolgen entschied sich Familie Noz, auch die Putenaufzucht in Eigenregie durchzuführen. Dies bedeutet eine erfolgreiche Putenaufzucht die Krönung unserer Arbeit. Zitat von Maik Noz "Wirklich nichts, was ich in meinem bisherigen Wirken als Landwirt und Tierhalter erlebt habe, lässt sich damit vergleichen! Jede noch so kleine Unaufmerksamkeit, sei es Temperatur, Lichtverhältnisse, Einstreu, ja sogar eine falsche Anordnung der Futter- und Tränkeautomaten kann verheerende Folgen haben."

Aufzuchtsring auf dem Brunnenhof

Die Aufzucht findet in einem so genannten Aufzuchtsring statt. Dieser besteht aus perforierten flexiblen Kunststoffgittern, die in einem Durchmesser von ca. 3 m (für 250-300 Küken) zu einem Kreis aufgestellt werden. Als Einstreu werden feine Hobelspäne verwendet. Für 250-300 Küken werden zwei Wärmequellen in Form von Gasstrahlern installiert, sowie pro 50 Tiere ein Tränkeautomat und pro 50-80 Tiere ein Futterautomat. Die Raumtemperatur sollte 22-25° C betragen, unter dem Strahler sollte eine Punkttemperatur von 39-41°C erreicht werden. Diese unterschiedlichen Temperaturzonen sind wichtig, um den Kreislauf der Tiere anzuregen. Zu niedrige Temperaturen führen dazu, dass die Tiere immer enger zusammenrücken, um sich durch die Körperwärme der anderen zu wärmen.

Erfolg oder Misserfolg

Im Extremfall bauen die Küken einen „Turm“, das bedeutet, dass sich die Tiere übereinander legen und die untersten Küken erdrückt werden. Bei zu hoher Temperatur unter dem Strahler versuchen die Küken in eine kühlere Zone auszuweichen, was irgendwann durch den Ring verhindert wird. Folge davon ist, dass die Tiere wieder übereinander steigen und sich gegenseitig erdrücken. Der wichtigste Punkt liegt in der Beobachtung der Tiere, man muss sich ein bestimmtes Gespür oder einen „siebten Sinn“ im Umgang mit den Küken aneignen, um jede noch so unscheinbare Begebenheit beurteilen zu können und dann entsprechend zu reagieren. Es ist also ein Zusammenspiel von vielen verschiedenen Faktoren, das zum Erfolg oder Misserfolg führt.

Enge Zusammenarbeit mit unserer Futtermühle

Nachdem wir in Zusammenarbeit mit unserer Futtermühle ein passendes Aufzuchtfutter erarbeitet haben – an dieser Stelle ein Dankeschön an Frau Kaiser – und die Puten-Aufzuchten in den letzten Jahren mit viel Geduld und Spucke immer erfolgreicher verliefen, sind wir erstmalig im Laufe dieses Jahres in der Lage, mit 5-6 Putenaufzuchten unseren Eigenbedarf zu decken und erstmalig Demeter-Jungputen auf dem Demeter-Geflügelmarkt anzubieten.